Archiv für den Monat: Oktober 2013

Mails aus alten, guten Zeiten…

Betreff: Frauen Pisse Verboten!

Hi Du,

na wie steht es und wie geht es??

Hab es am Wochenende doch mal nach Freiburg geschafft. Ein echt nettes Städtchen, mittelalterlich, verwinkelt und süß, mit einem schönen Schloßberg. Die Altstadt zumindest. Tanja hatte Connections zur Tourist- Info, so dass wir einen Stadtrundgang for free mitmachen konnten. Es erinnert etwas an Bremen, viele junge Leute, Fahrräder und schöne Geschäftchen. Wir waren auf der fettesten Uniparty die ich je gesehen hab, es waren bestimmt alle 25.000 Studies anwesend, mit drei Areas und viel Abwechslung, wie Kino, Bands, Karaoke und so weiter. Um den einmal berechtigt hohen Eintritt sind wir, dank meiner dreisten Laune, aber trotzdem herumgekommen.
Mit Tanja war es wie immer: Nachdem ich sie überreden konnte auch ohne vorher auf dem Zimmer zu trinken, loszugehen, musste ich den ersten Abend die unterschiedlichste Bars abklappern, wo sie jeweils Barkeeper oder wahlweise auch Türsteher am Start hatte. Sonst war sie im ständigen SMS- Kontakt mit diversen Freiburger Jungens…manchmal kam ich mir vor, als würde ich stören…z.B. als der eine das fünfte Mal am Abend anrief, obwohl er wußte dass Besuch da ist und Tanja ihm schonmal abgesagt hatte. Das handy ist ihr ständiger Begleiter, auch, als sie mich nur vor die Tür begleiten wollte, weil mich dort der Fahrer von der Mitfahrzentrale abholen wollte. Unsere Gespräche waren für mich natürlich auch etwas kopflastig, denn manchmal weiss man nix mehr zusagen wenn es zwei Tage darum geht, ob es sich für die letzen fünf Tage die sie noch in Freiburg verbringt, noch lohnt den einen abzuschleppen oder nicht. OK, ich will mal wieder aufhören, denn ich wusste ja worauf ich mich einlasse und es war sonst wirklich ein schönes Wochenende und ich bin froh mal Freiburg gesehen zu haben.
Obwohl ich Männer dann erstmal nicht mehr ansehen wollte, gab es auf der Rückfahrt gleich drei von der Sorte militante Ökos und „Ich esse nur veganisch!“ im Auto. Die waren aus Freiburg und wollten nach Freising (bei München), wo es eine grüne FH gibt, d.h. mit Fächern wie Gartenbau, Landschaftspflege, Forst, und so weiter. Alle drei Grüne: ein Förster bzw. Diplom Hydrologe, ein Gartenbauer und ein Freelancer, kam grad vom Segeln und besucht jetzt, weil er grad keine Arbeit hat, seine alte Studi- WG. Alles Langhaarige und natürlich gab es bei der ersten Raststätte gleich den Joint (der Fahrer nicht). Trotzdem interessant, der Hydrologe meinte, seitdem so viele Frauen die Pille nehmen, gibt es Fische im Fluss, die gar keine Männchen mehr machen…aha. Es ist wohl enorm was wir alles an Hormonen und Medikamentenresten mit trinken, denn auf die Idee solche Stoffe auch rauszufiltern, sind sie erst vor ein paar Jahren gekommen. Daran wird hoffentlich gerade geforscht. Weitere Statements, dass Männer sozusagen „mitschwanger“ sind, d.h. die gleichen hormonellen Schwankungen mitmachen wie Frauen, nur geringere Amplitude(?). Und, dass Frauen die regelmäßig Männerschweiß riechen , einen gesünderen Hormonhaushalt haben usw.

Lieber Gruss aus München

Betreff: Schnaddel
hey Krissa,

habe gerad deine mail gelesen und mich etwas bepisst. Was die Ökis da von sich gelassen haben ist ja sehr interessant…… ich hätta bestimmt die Krise gekriegt. Was Tanja angeht, so wird es wohl nie anders. So ein Typenverschleiß hab ich noch nie mitbekommen. Mich würds total aufregen, wenn ich jemanden besuche und die Person nur ihre Männer im Kopf hat. Das ist doch teilweise echt schon etwas krank. Irgendwann wird es bei ihr vielleicht ja auch anders. Das muss man wohl momentan einfach akzeptieren, ist ja echt ne liebe.
Habe letztens bei Klimpel gesessen, als du ihn angerufen hast, war witzig zu wissen das du dran bist. Ich habe mit ihm meine Praktikumsinhalte besprochen, mit denen er allerdings immer noch nicht zufrieden ist. Fange jetzt donnersteg schon in der Oase an, obwohl ich gerade überhaupt kein Bock mehr darauf habe. Bekomme 200 Euro im Monat, kann alles frei benutzen und 50 % aufs Essen…das ist korrekt oder? Habe jetzt, was auch Klimpels Vermutungen sind etwas schiß das ich dort nur scheiß Arbeit machen muss, aber erst mal schauen, es kommt ja auch auf mich an. Das mit den Kulturwerkstätten hat leider net geklappt…schade, wär bestimmt nett gewesen. Probleme habe ich auch noch mit der eigenen Aufgabe, die wir am Praktikumsort erfüllen sollen. Was hast du denn gemacht und Corina und Tanja? Habt ihr euch viel Arbeit gemacht? Du bist doch jetzt auch bald durch oder? Dann gehts ja bald los nach Australien…snief…ich will auch! Träume noch so oft davon. Es wird bestimmt super klasse dort. Wo fährst du genau hin?
Mit dem Besuch bei dir wird das wohl auch erst einmal nichts, da ich krasse Arbeitszeiten habe und oft am Wochenende eingesetzt werde. OH JE, jetzt muss ich auch ran. Ansonsten ist hier alles im Lot, die Sonne hat sich auch mal blicken lassen und kleine Blümchen schmücken schon unsere Dachterasse. Andy arbeitet auch fast täglich und fährt im Juni warscheinlich mit auf eine Kino-Promotion-Tour…….super, dann sehen wir uns erst mal nicht und ich bin auch etwas eifersüchtig und habe Angst, das dort etwas passieren könnte, aber das kann es überall! Darf einfach nicht so negativ denken, ich bin ja auch des öfteren unterwegs und kann mich beherschen. Hauptsache die Kohle stimmt und das ist so.

So du süße noch viel Spaß in München

Liebe Grüße carolin

Betreff: Australimira

Hi Carolin,

also dass Tanja sich bessert glaub ich niemals, sie ist nichts anderes mehr gewohnt, zumindest wenn sie trinkt, sonst ja nicht so arg, weil sie sich nicht traut, aber selbst dann ist es nicht ganz normal. Die Arme. Naja, ich bin vielleicht nicht besser sondern nur anders gestrickt. In erster Linie stand das Schöne Wochenende im Vordergrund meines Bestrebens. Geduld muss ich ja eh üben, dachte ich mir. Nerven tut es schon, bin schon auch direkt gewesen zu ihr, als ich das Gefühl hatte, dass sie den einen richtig fies verarscht! Der war wohl echt auf ihre Masche hundert Prozent angesprungen, also rief immer wieder an, weil er dachte sie trifft sich auch mal so mit ihm,(was sie sich ja nicht TRAUT!!!), hat sich wohl verliebt und sie macht volle Kanne mit seinem Freund vor den Augen rumg, und so Stress. Sie hatte mir erzählt, er mag sie echt und würde aber bestimmt nicht mehr mit reden. Plötzlich stehen wir in der abgefucktesten Disco überhaupt drin, mit dem Text zu mir: Ja hier ist es ja auh ganz nett! Tanja! Mit rasterfahrigen Langhaarigen Bombenlegern, abgefetzten Jeans und songs wie „Born dead“, eine schwarze Höh(ll)le! Ich naive Maid dachte sie denkt vielleicht ICH mag das und ist deshalb mit mir hin, nein, natürlich stand DER Typ an der Tür. Ich so: Naja dann zahlen wir wenigstens keinen Eintritt. Wir gehen auch tatsächlich durch die Tür, er grüßt nett, sieht nett aus. Tanja fängt unten das Jammern an, ach sie wäre ja so ein fieses Schwein. Ich so, ja dann geh halt und bring ihm ne Cola als Dank dass wir so rein durften. Sie: ja echt meinst du, na gut, nett dass du hier wartest. Und ich warte und warte…ja dann geh ich rauf und sie knutscht. Dann meld ich an, dass wir jetzt wohl gehen sollten, weil es hier echt scheisse ist und warte draussen. Sie kommt und kommt nicht. Schließlich stell ich mich penetrant neben die beiden, bis sie dann augendrehend mitgeht! Ich so: Ganz ruhig, Krissa! Schließlich hackt sie sich o ätzend widerlich grinsend bei mir unter und meint : ACH gott was bin ich bloß für ein Fieses Arsch! Da bin ich echt abgetickt. Meinte zu ihr sie soll sofort aufhören so schlecht zu grinsen und was sie jetzt davon hat wenn sie den Armen Mensch so blöd verarscht. Der war das dann auch der den ganzen Rest vom Wochenende angerufen hat. Ich denke sie will eine wahre Liebe kriegt diese nicht und fängt jetzt an dafür alle zu bestrafen und will sie danach doch wieder oder so. Natürlich ging der Text bis tief in die Nacht bzw. Morgen. Lieb ist sie aber nicht immer.

Oase hört sich gut an, auch die Zulagen die du so kriegst. Wir sassen hier letztens Mal zusammen und haben festgestellt, dass ein Praktikum aus scheissarbeit besteht und du es machst, weil du es brauchst, also hol dir den Betrieb ran, der sich am Besten im Arbeitsszeugniss macht. Tanja, Corina und ich machen alle nur scheisse und denken uns das „Projekt“, von dem ich heute das erste Mal höre, nur aus. Tja. So what. Immerhin warst Du mal in der OASE „Fitnessberater“ or what. Biete halt mal so ein sonnenschutzberatung an, dann ist Klimpel und alle mit deinem engagement zufrieden. Sonst halt mache brav die scheissarbeit und halte dich an den Feierabend. Zum Glük ist das bald vorbei, KOTZ. Tja sorry dass ich dazu nur pessimistische sachen zu sagen weiis, aber vielleicht wird es ja besser bei dir. Erzähl dann mal. Nur es ist besser, wenn du erstmal weniger erwartest und dann positiv überrascht wirst. Interessant ist das zukucken bestimmt.

Schade dass du nicht kommen kannst…aber warum du eifersüchtig bist verstehe ich nur teilweise. Du solltest dir mehr noch vor Augen führen WER DU BIST, also eine tolle Frau, die jeder gern hätte, die viel kann, lieb und liebenswert bist. Denk daran, dass Andy das weiss und darauf nicht verzichten möchte. Und ich denke auch, dass du die Ängste deshalb hast, weil du selber nicht immer so gaaannz treue Gedanken hast. denk daran, dass deine Ängste nicht SEINE Gefühle sind, sondern eben deine Ängste, aber keine Tatsachen! Trotzdem. Das was ihr habt, will keiner von Euch missen. Vor allem wichtig ist, diese Ängste ihm niemals zu zeigen oder zu sagen, finde ich und auch Du solltest sie schnell vergessen. Denn hier gilt das Prinzip: Selffullfilling profecy! Schlechte Gedanken, ziehen schlechte Dinge nach sich. Also, siehe jetzt das Praktikum als Dein Ventil zur Unabhängigkeit und ziehe das Gefühl fest in dich ein, versuch dich darauf zu konzentrieren und innerlich schonmal leicht auf „Loslassen“ programmiert. Nur das geht, meiner Meinung nach. Wenn du jetzt das Gegenteil machst, wird es schlimmer, das weißt Du auch. Beziehungen brauchen das, Freiraum und so weiter. Nur so geht es, dass ihr tatsächlich für Immer zusammen bleibt! Er braucht nicht die Frauen, sondern er sucht eben auch nach einer erfüllenden Beschäftigung und das macht euch beide glücklicher. Ich weiss dass ich grad Kluckscheisser und vieles sage, was du eh alles weißt nur die Umsetzung ist schwer…ja. Siehe es als Probe. Vorallem wenn du es einmal gut hinter dich gebracht hast, wird es in Zukunft immer einfacher. Na gut, so viel zum Wort Zum Dienstag und schöne Träume.

In Australien warst Du wohl sehr glklich, vielleiht solltest du echt nochmal hin…Krissa besuchen zum Beispiel. Schöne Erlebnisse möchte ich auch, mal sehen ob ich das auch kann…
Ich möchte dir ein Supertolles Buch empfehelen:
DIE WOLFSFRAU von Clarissa Pinkola Estés ISBN: 3-453-13226-2 Verlag: Heyne- Buch! Man/ Frau lern viel und findet viele Antwort- Alternativen. Kein Roman.

Liebe Grüsse aus dem sonnigen Bayern,

Krissa

Auf Traumpfaden in Queensland

Der Pilot dreht noch eine Extraschleife, um den Flughafen von Cairns vom Ozean her anzufliegen. Der Überblick lässt mein Herz vor Freude springen: Sonnenstrahlen zwischen den Wolken und darunter hellbraune Felsen, deren Ende der Pazifik in einen weißen Sandstrand ausgefranst hat. Zehn Tage Freiheit im tropisch-paradiesischen Abenteuerland Queensland, wo sich Regenwald, Korallenriff und rote Wüste treffen!
In Australien sind für eine Frau, die alleine unterwegs ist, alle Vorausetzungen geschaffen: Die 20 Millionen Ozzies sind erstens ein freundliches und hilfsbereites Volk, zweitens haben sie ihr Land, das fast doppelt so groß ist wie Europa, gut durch organisiert. Das Wetter ist durchweg schön. Anfang November zu meiner Rundreise antrat, regnete es zum ersten Mal seit 18 Monaten!
Der kleine Ort Cairns im Nordosten des Kontinents, ist keine Attraktion, aber touristischer Umschlagplatz und strategische Basis für Reisen in die Region. Im Schnitt dauert es weniger als eine Stunde, ein Auto zu mieten und eine aktuelle Campingkarte in Händen zu halten. Mobilität ist für den Besucher das Wichtigste, da die Naturwunder in der Gegend die eigentlichen Attraktionen sind.
Ein paar Kurven hinter Cairns steht ein Kulturzentrum der Aboriginies, der Ureinwohner. Hier erzählen sie Ausländern über ihre Lebensweise in der Wildnis; von der qualvollen Eroberung ihres Landes, in dem sie seit über 60.000 Jahren leben. Hört man ihren mystischen Liedern und Geschichten aus der Traumzeit- der Zeit in der die Erde entstand- zu, erfährt man, dass metaphysiche Geister die Landschaft erschufen und die einzelnen Orte mit verschiedenen Kräften zum Beispiel mit besonderer Fruchtbarkeit versahen.
Kuranda, ein Dörfchen auf dem benachbarten Berg in mitten des Regenwaldes, einst Schauplatz wichtiger Regenzeremonien, lockt heute durch den touristischen Kunstmarkt. Beim Kruschen stocke ich angewidert vom Anblick einer riesigen Bratwurst auf dem Dach einer Marktbude. Wie merkwürdig: Im Regenwald auf eine Bedienung mit Dirndl und auf deutscher Schunkelmusik zu treffen. Lieber verbrachte ich ein Stündchen in der Schmetterlingfarm, die gleich neben der Krokodil-und Vogelfarm angesiedelt war.
Ein paar Kilometer weiter Richtung Landesinnere bei Mareeba, wo die Steppen von Atherton (Atherton Tablelands) beginnen, ändert sich das Landschaftsbild: Vulkanisches Gestein färbt den Boden bronzerot, vor kahlen Büschen hüpfen hellbraune Wallabies- eine kleinere Gattung der Beuteltiere. Jetzt bin ich im richtigen australischen Outback- der roten Mitte des Kontinents. Am Campingplatz kaufte ich für einen Dollar den Tourguide, der allein in der Steppe von Atherton auf 100 Attraktionen hinweist, darunter Wasserfälle, Vulkane, Goldminen, chinesische Tempel, viktorianische Dörfer, Mango-, Teebaum- und Erdnussfarmen. Neben Reiten, Skydiven (Luftsurfen) und Balloon fahren, nahm ich für einen weiteren Dollar an einer Kaffeeplantagenführung teil. Abseits des Massentourismus zeigte ein uralter italienischer Einwanderer, seinen noch älteren Betrieb mit den Kaffeeanbaumaschinen und verteilte köstliche Kaffeeproben.
In der Nähe mietete ich einen kühlen Bungalow, um mich für die Schifffahrt zu einem der insgesamt 2900 Riffen des 380000 Quadratkilometer großen Korallenteppichs auszuschlafen.

Unter Wasser erstreckt sich das zwei Millionen Jahre alte Riff, das man als einzige Lebensform auch vom Weltraum aus sehen kann. Den ganzen Tag schnorchelt man über 400 Korallenarten, die aussehen wie eine Mondlandschaft, 1500 Arten von Fischen und zig-tausende andere Tiere, wie Meersschildkröten, Seedrachen, Wasserschnecken, die an Raumschiffe aus dem Film Star Wars erinnern.

Zurück an Land wollte ich vor Einbruch der Nacht auf der kühlen Bergspitze von Kuranda sein. Zwischen Lianen und Millionen Jahre alten Bäumen, befindet sich hier der schönste Campingplatz den ich je gesehen habe. Mein Lager schlug ich schon im Dunkeln auf, als Joey – ein Baby-Wallabie – auf seinen zwei Füssen vorbei hoppelte. Hinter ihm ein älterer Mann in dunkelgrüner Rangerkleidung mit einem Stoffbeutel in der Hand: Professor Rocco – ein Biologielehrer im aktiven Ruhestand – ist der Naturbeauftragte auf dem Platz, der nicht nur Kängurus rettet, Pythons von Zeltdächern holt, sondern auch nachts Besucher durch den Regenwald führt. Rotes Taschenlampen-Licht sehen Tiere nicht, daher fühlen sie sich von abenteuerlustigen Besuchern völlig ungestört, für uns war es aber eine knieerrweichende Wanderung, denn der Professor inszenierte gekonnt dramatisch. Giftige Frösche, Schlangen und Spinnen- alles kreuchte und fleuchte dort durch das dunkle Dickicht.
Nach einer Atmenpause im Regenwald, hiess es weiterziehen; es gab noch soveile zu sehen, zum Beispiel Cape Tribulation- das Kap der Verzweiflung. Der erste weisse Mann, Kapitän James Cook nannte es 1770 so, weil sein Schiff an diesem Ort Leck auf einem Korallenriff lief. Für die 100 Kilometer-Strecke, brauchte ich den ganzen Tag, da es zwischendurch so viel los war: Eine Opalmiene offenbarte die Wunder unter australischem Boden, eine Orchideenfarm die Wunder obenauf. Baden wollte ich entlang der Küstenstrasse nicht mehr, aus Angst vor den Krokodilen aus dem angrenzenden Daintree Fluß. Geselligkeit ja aber nur von Menschen, das suchte und fand ich am Abend in dem Disco- Paradies. Darunter zwei Mädls die als Fruchtpflücker arbeiteten und ein Holländer, der auf dem Mofa unterwegs war in downunder. Nach etlichen Coldies (Carlton Cold-Bier) verbrachte ich eine unheimliche Nacht in meinem Zelt nahe des raschenlden Unterholz.

Übermüdet aber erleichtert, brach ich daher am nächsten Morgen zu meinem letzten Ziel auf: Zur einsamen Insel. Für umgerechnet 15 Euro gibt es eine Fährverbindung inklusive Camping auf Fitzroy-Island, der größten im Umkreis liegenden Insel. Ein Paradies wie im Bilderbuch liegt einem dort zu Füssen. Der Strand besteht aus weissen Korallen, dazu das türkisfarbene Meer, mit dem Regenwald am Ufer und den bunten Korallen im Wasser. Beim Ausblick vom höchsten Punkt der bergigen Insel sieht man Kanuboote, Surfer und Delfine im weiten Blau des Ozeans.
Das Abschieds-Coldie am Strand unter den Sternenformationen der südlichen Hemisphere, die Lichter des blinkenden Flugzeuges am Abendhimmel über der Insel stimmten ein, auf den 15000 Kilometer langen Heimweg ins winterliche Europa.
kk